Endre Steiner

Architekt/in

Endre Steiner wurde am 22. August 1908 in einer jüdischen Familie in Dunajská Streda in der Slowakei geboren. In den Jahren 1925–32 studierte er an der Deutschen technischen Hochschule in Brünn. Nach einer Zeit der Praxis bei Ernst Wiesner gründete er im Jahre 1934 ein eigenes Architekturbüro; eines seiner ersten großen Projekte war das Geschäfts- und Mietshaus am Kamenné náměstí (Kamenné-Platz) in Bratislava. In Brünn plante er vor allem Mietshäuser und Innenräume für eine jüdische Klientel und die Baufirma von Stanislav Neděle. Gemeinsam mit dem Architekten Endre Szönyi gab er in den Jahren 1931–38 in Bratislava die Zeitschrift Forum heraus. Im zweiten Weltkrieg war Steiner Mitglied der illegalen Organisation Pracovní skupina (Arbeitsgruppe), die sich bemühte, die Deportation slowakischer Juden in Vernichtungslager in Polen zu verhindern. Nach dem kommunistischen Umsturz im Jahre 1948 emigrierte er mit seiner Familie nach Kuba, wo ihm die Stelle des leitenden Architekten in einem amerikanischen Planungsbüro angeboten wurde. Im Jahre 1950 ließ er sich im amerikanischen Atlanta nieder. In den 60er Jahren wurde er Direktor der Abteilung für Raum- und Stadtplanung der Planungsfirma Robert and Company Associates in Atlanta. Zugleich war er stellvertretender Vorsitzender des Urban Design Departement am American Institute of Planners sowie Vorsitzender der Kammer dieses Instituts für den Staat Georgia und zudem Pädagoge an der Universität Atlanta. Über das abenteuerliche Leben und seine Aktivitäten im zweiten Weltkrieg drehte Brad Lichtenstein im Jahre 1999 einen Dokumentarfilm mit dem Titel „André’s Lives“.