Seniorenheim, Nopova/Nop-Straße

D214

 Das Seniorenheim in der Nop-Straße entstand nach dem Entwurf von Zdeněk Tihelka und František Kopřivník in einem ruhigen Teil von Židenice zwischen dem Tyrš–Park und der Kirche der Hll. Cyrill und Method. Der 1978 beendete Baukomplex, befindet sich am Rande eines zur Erholung und zum gesellschaftlichen Leben bestimmten Gartens, wobei das gesamte Grundstück von der Nordost-Seite vor der Umgebung durch einen niedrigen Hang geschützt ist, an dessen Kuppe sich die Viniční –Straße befindet. Das Seniorenheim entstand durch die Initiative des Südmährischen Bezirksmagistrats Brünn und wurde in präfabrizierter Eisen-Beton-Konstruktion (Konstruktionssystem MSOB) errichtet. An das gegliederte Hauptgebäude schließen sich an der Ostseite zwei kleinere erdgeschossige Bauten für wirtschaftliche und technische Zwecke. Die etwas verzwickte Disposition des Seniorenheimes, die sich auch an seinem Äußeren bemerkbar macht, geht auf die Verbindung zweier Gebäude mit Hilfe eines Kommunikationskanals mit Treppenhaus und Aufzügen.


Das fünfgeschossige Gebäude A mit einer höheren Bettenkapazität präsentiert sich mit einer Eingangsfront, die durch ein vorgesetztes monolithisches Eckhaus mit einer Dachterrasse und geschütztem Eingang auf Stahlpfeilern gebildet ist, weiter mit französischen Fenstern in den Stockwerken über dem Haupteingang und horizontalen Fensterbändern mit Loggien. Die Fensterrahmen sind grün gestrichen, der Erdgeschoßeingang ist mit einer hellbeigen Brizolit-Fassade versehen und mit Ziegelbändern verkleidet. Die Gänge zu den Vier-Bett-Zimmern in den einzelnen Geschossen umspannen einen rechteckigen Schacht mit Treppenhaus und Aufzügen und verbinden die Gesellschaftsräume und den Speisesaal. Im obersten Stockwerk mündet dieser Gang in die offene Dachterrasse über dem Front-Eckhaus. Das dreigeschossige Gebäude B ist mit seiner einfachen länglichen Disposition zum Garten hin orientiert. Die Innengliederung mit einer niedrigeren Bettenkapazität ist im Vergleich zum Objekt A wesentlich einfacher, weil Zellen mit jeweils zwei Zimmern und den Sanitätseirichtungen entlang des geraden Flurs situiert sind und die Flure in die Gesellschaftsräume münden.


Im Inneren, das weitgehend in seiner ursprünglichen Form aus dem Ende der siebziger Jahre erhalten ist, kommt häufig Klinker- und Holzverkleidung vor, in dem Bettenabteil des Gebäudes B sind sogar die Schiebetüren in die Holzverkleidung gesetzt. Im Inneren des Seniorenheimes ist in naher Zukunft eine notwendige Instandsetzung geplant, die von den Bedürfnissen der Heimbewohner herrührt, den man jedoch wohl nicht Folge leisten kann. Als problematisch erscheint der jetzige Feuerschutz, vor allem die Holzverkleidung einige Räume, weiter fällt auf die unzureichende Breite der Gänge für immobile Patienten und die Dispositionslösung der Räume sowie für die Senioren mit Alzheimer-Erkrankung auch die unzulängliche Lichtverhältnisse in den Gesellschafts- und Kommunikationsräumen.

ŠB

Name
Seniorenheim, Nopova/Nop-Straße

Datierung
1978 – 1978

Architekt(inn)en
František Kopřivík, Zdeněk Tihelka

Kode
D214

Typ
Gesundheitseinrichtung, öffentliches Bad

Adresse
Nopova 128/96, (Židenice), Brno, Židenice

Öffentlicher Verkehr
Gajdošova (BUS 44,45,58,74,75,78,97)

GPS
N 49°12.00303', E 16°38.78908'

Quellen
Domov pro seniory Nopova, Brno-Židenice – kolaudační rozhodnutí z let 1974–1975, oficiální vyjádření k průzkumu archivních fondů, 14. 6. 2016, Brno. Ústní sdělení Ing. Zdeňky Čillíkové (ředitelky Domova pro seniory Nopova), dne 23. 10. 2018, Brno.