Pavillon M

Der Pavillon M (ursprünglich der österreichischen Firma Voest-Alpine gehörend) ist der einzige erhaltene Firmenpavillon auf dem Brünner Messegelände. Die langfristig dort ausstellenden Firmen  bauten ihre eigenen Gebäude, die sie während der ganzen Saison benutzten. Nach dem Gesamtplan aus dem Jahre 1957 wurden diese kleinen Bauten rund um das grüne Zentrum des Areals so situiert, um möglichst wenig den künftigen  Großbauten im Wege zu stehen. Die Pavillons anderer Firmen (z. B. Motokov) mussten jedoch im Laufe der Zeit neuen Projekten weichen, nur der Pavillon M konnte dank der günstigen Situierung erhalten bleiben.
Auf das Brünner Messegelände wurde er von der Firma Voest-Alpine gebracht, und nach dem Entwurf des österreichischen Architekten Maurer montiert. Er stellte die erste ausländische Investition in der Zeit des Investitionsvakuums nach 1970 dar. Seine Architektur weist einen Werbe- und Blickfangcharakter auf. Die unkaschierte Stahlkonstruktion ist von der Ferne gut sichtbar, zugleich stellt sie eine Werbung für das, was die Firma Voest-Alpine anbietet, nämlich Stahl und Stahlkonstruktionen. Sie besteht aus vier Stahlsäulen, auf welchen durch Zugstangen der oktogonale Korpus mit Büros aufgehängt ist. In der Glashalle darunter befand sich der Ausstellungsraum  mit Informationspult. In die Umgebung wird der Pavillon durch Terrassen mit Grünpflanzen eingegliedert. Ähnliche Hängekonstruktionen  waren damals verbreitet, auf dem Messegelände  erschienen sie bereits ab 1969 im Gebäude des Velodroms, später z. B. in Pavillons Škoda (1986) und Vítkovice (1986). Die Firma Vítkovice  beschäftigte sich gleich wie der österreichische Investor Voest-Alpine mit der Produktion von Stahlkonstruktionen, auch in ihrem Pavillon  hatte also dieses Bauelement zugleich eine Werbefunktion. Die Mehrzahl dieser Konstruktionen auf dem Brünner Messegelände wurden von Ing. Jiří Opatřil in den Jahren 1975-1995 entworfen und statisch umgesetzt. Der Pavillon M, ursprünglich als Provisorium gedacht, änderte im Laufe der Zeit den Besitzer (in den 90er Jahren gehörte er der Firma Desta). Gegenwärtig sind Glasscheiben im Erdgeschoss mit Pappe überdeckt, die im Fall der Anwendung zu Ausstellungszwecken als Fläche für Werbedruck benutzt wird. Der kleine Bau verlor damit leider sein elegantes verglastes Parterre und wirkt einigermaßen schwerfällig.

 
VK

Name
Pavillon M

Datierung
1978

Typ
Ausstellungspavillon

Adresse
Výstaviště 405/1, (Pisárky), Brno, Střed

Öffentlicher Verkehr
Výstaviště (TRAM 1)
Výstaviště, hlavní vstup (BUS 52, TROL 25,26,37)


GPS
49.187729, 16.578255

Literatur
Zdeněk Müller, Brněnské výstaviště : stavba století : stavební vývoj 1928-2002, Brno 2002