Zdeňka Vydrová

Architekt/ka

Zdeňka Vydrová ist Absolventin der Fakultät für Architektur der Technischen Universität Brünn. Nach ihrem Abschluss trat sie in das Atelier des Architekten Viktor Rudiš bei Stavoprojekt Brno ein. 1991 gründete sie ihr eigenes Atelier, ein Jahr später begann sie als Stadtarchitektin in Litomyšl zu arbeiten. Zu ihrem Lebenswerk wurde die unauffällige Arbeit an der Entwicklung der architektonischen Kultur in Litomyšl, für die sie 2016 den Kulturministerpreis erhielt.

Der damalige Bürgermeister Miroslav Brýdl holte Vydrová nach Litomyšl und auch seine Nachfolger in der Stadtführung vertrauen auf ihre Arbeit. Vor allem dank Zdeňka Vydrová wurde das Erscheinungsbild von Litomyšl seit Anfang der 1990er Jahre von den besten einheimischen Architekten geschaffen. Anfangs waren es hauptsächlich die Architekten des Vereins Obecní dům Brno (Gemeindehaus Brünn), dessen Mitglied Vydrová auch ist, aber allmählich erweiterte sich der Kreis der Schöpfer und der Entwurf eines Hauses in Litomyšl wurde zu einem gewissen Prestige.

Allerdings gewannen Brýdl und Vydrová und ihre Architekten nur langsam das Vertrauen der Bürger von Litomyšl sowie der Denkmalpfleger und dies war nicht ohne Konflikte. Davon zeugt unter anderem das Schicksal des Projekts für das Kaufhaus des Ateliers von Josef Pleskot auf dem Platz Smetanovo náměstí, das 1992 einen Architekturwettbewerb gewann, aber von den Einwohnern kritisiert wurde, dass es die historische Umgebung missachtete und die Denkmalpfleger verboten seine Realisierung sofort (01-70). In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre begannen sich die Einwohner von Litomyšl jedoch dank überzeugender Realisierungen mit den Bauaktivitäten ihres Bürgermeisters und der Stadtarchitektin zu identifizieren. Das Ziel der Bemühungen von Zdeňka Vydrová war und ist es, eine lebendige Stadt zu schaffen, in der die historische Struktur durch zeitgenössische Architektur gleicher Qualität ergänzt wird. Sie denkt immer über die Lösung bestimmter Orte in einer breiten Perspektive nach, das Interesse der Stadt als Ganzes hat immer die oberste Priorität.

Die Tätigkeit von Zdeňka Vydrová in der Rolle einer Stadtarchitektin ist sehr vielfältig und umfasst neben der organisatorischen Arbeit und der Koordination und Leitung verschiedener Teilpläne auch die Gebietsplanung und die kleinstädtischen Pläne. Die Architektin ergänzt und korrigiert den Gebietsplan von Litomyšl aus dem Jahr 1996, arbeitet am Bebauungsplan des Stadtteils Řetízek (1999) oder des Wohnviertels U Nemocnice (Beim Krankenhaus - 2004). Sie ist auch Konzeptionistin des städtebaulichen Entwurfs des Busbahnhofs, den das RAW-Atelier 2007 gemeinsam mit einem Lebensmittelgeschäft realisierte.

Im Rahmen ihrer eigenen Architekturpraxis arbeitete Vydrová oft mit dem Studio Rudiš + Rudiš zusammen. So beteiligte sie sich zum Beispiel am Projekt eines Pflegeheims in Litomyšl (1996) oder an den Umbauten des Pavillons G auf dem Brünner Messegelände (ebenfalls 1996). Mit dem Studio Rudiš + Rudiš und dem Architekten Ivan Koleček beschäftigte sie sich auch mit dem Wiederaufbau des Kunstindustriellen Museums in Brünn (2000–2001). Zdeňka Vydrová verfügt über eine kleine Anzahl selbständiger Realisierungen. Im Jahr 2006 wurde nach ihrem Projekt das ursprüngliche Wirtschaftsgebäude am Stadtrand von Břeclav zu einem Einfamilienhaus umgebaut, ihre einzigartigste Realisierung ist bezeichnenderweise gerade in Litomyšl zu finden - es ist ein kleiner Neubau, die Pakosta-Galerie unter der Schlossanhöhe (01-GP).


KJ 

Architekt/ka
Zdeňka Vydrová

Geburtsdatum
13.12.1958 Zlín (tehdy Gottwaldov)

Literatur
Jakub Potůček, Galerie Tomáše Pakosty v Litomyšli. Stavba XXIII. 2016. s. 30–33.
Petr Volf. Litomyšl. Renesanční město moderní architektury. Litomyšl, 2014. s. 180-183.
Markéta Cajthamlová. Česká architektura. Ročenka / Czech architecture. Yearbook 2000–2001. Praha, 2002. s. 76–79.
Aleš Burian, Petr Pelčák, Ivan Wahla. Litomyšl a soudobá architektura. Brno, 2001. s. 11–17, 22–25, 35, 52, 92.


Prameny
!!Zdeňka Vydrová, architektka!!, výstava, 29. 9. 2017 – 12. 11. 2017, Regionální muzeum v Litomyšli.