Valentin Hrdlička

Architekt/in

Nach dem Studium der ornamentalen Schnitzkunst in Valašske Meziříčí begann er ein Studium an der Prager k. k. Kunstgewerbeschule in der Abteilung figurales und ornamentales Zeichnen, das er 1903 abschloss, wonach er in der Spezialschule für dekorative Architektur bei Professoer Jan Kotěra angenommen wurde. Nach dem Absolutorium 1906 machte er Praktika in den Planungsbüros der Architekten Alois Dryák, Osvald Polívka, Alois Čenský und Bedřich Bendlmayer. Auf Kotěras Empfehling hin begann er im März 1907 im Atelier von Dušan Jurkovič in Brünn und machte 1911 im Brünner Stadtteil Žabovřeský sein privates Planungsbüro auf. 1912 eröffnete er in Brünn die Privatfirma JIZBA – ein Architektur- und Kunstgewerbeatelier – mit einer Ausstellung von musterhaft eingerichteten Wohnungen, Souvenirs und Spielzeug. In seiner Wohnung hatte er einen Klubraum, in dem sich Künstler wie Leoš Janáček, Jiří Mahen, Josef Blatný u. a. trafen. Seine Arbeiten veröffentlichte Hrdlička in einer Reihe von Zeitschriften – Český interieur, Das Interieur, Tischlermeister, Der Architekt, Veraikon, Světozor, Rozkvět, The Studio Magazine u. a. 1919 wurde er zum Vorsitzenden des Klubs bildender Künstler gewählt (Schirmherr war Mikoláš Aleš), für den er 1923 einen Ausstellungspavillon am Platz Žerotínovo náměstí entwarf. Der Vereinstätigkeit als Vorsitzender oder Geschäftsführer hat er sich bis 1945 intensiv gewidmet, was seine Arbeit als Architekt ein wenig einschränkte. Im April 1921 wurde er Vertragsarchitekt der politischen Landesverwaltung in Brünn, in der Abteilung hatte er Projekte zur Innenausstattung der Landwirtschaftlichen Hochschule und der Masaryk-Universität (angestellt bis 1925). 1926 wurde er zum Mitglied des Beratungsbeirats für den Bereich bildende Kunst am Ministerium für Schule und Volksbildung in Prag gewählt. 1956 wurde er ordentliches Mitglied des Architektenverbandes der Tschechoslowakischen Republik. Ab Januar 1957 arbeitete er als Bibliothekar und Archivar im Verband der tschechoslowakischen bildenden Künstler, Zweigstelle Brno.

Dagmar Černoušková, Jindřich Chatrný

Architekt/in
Valentin Hrdlička

Geburtsdatum
08.02.1880 Chvalčov

Todesdatum
20.06.1961 Brno

Literatur
Petr Janáč. Valentin Hrdlička: architektonické dílo (Magisterská diplomová práce, FF MU). Brno, 2015.