Die modernistische Villa in der Lieberzeitova-Straße vom Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts fesselt durch eine expressive Silhouette. Ihre Gesamtkonzeption ist eine Anspielung auf die barocke Palastarchitektur, das Haus ist im Wesentlichen eine Art "modernistisches Schlösschen". Die beeindruckende Erscheinung der formal ausdrucksstarken Fassade beruht auf der ungewöhnlichen Kombination zwischen einer auf dem Palastschema basierenden traditionellen dreiteiligen Gliederung, auf ausdrucksstarken kubischen Massen und einem subtilen Pflanzendekor. Auch das Spiel mit Symmetrie und Asymmetrie und das ausgewogene Verhältnis von vertikalen und horizontalen Elementen spielen eine wichtige Rolle. Die horizontal komponierte dreiachsige Fassade hat in der Mittelachse auf Höhe des ersten Stocks einen mächtigen vorspringenden polygonalen Turm, der von einem Dachhelm aus Kupferblech gekrönt wird. Von ihm aus gelangt man auf die Terrasse im ersten Stock, die das Piano nobile betont. Die Terrasse wird von rechteckigen Pfeilern und von Pilastern mit Gesimskapitellen gestützt und von einer massiven Mauerbrüstung begrenzt, die rechteckige, ein Reliefdekor mit Motiven von Blättern und Trauben enthaltende Kassetten zieren. Im Erdgeschoss unter der Terrasse befinden sich zwei versenkte Loggien in den äußersten Achsen: die linke mit einem großen vierteiligen Fenster und die rechte mit einem Rundbogeneingang. In der Achse darüber befinden sich dreiteilige quadratische Fenster im ersten Stock und im Dach dann modernistische Rundbogengauben. Das durch eine Reihe von kleinen rechteckigen, zwischen kannelierten Pilastern angeordneten Fenstern offene Dachgeschoss des Turms wird von einem stark vorspringenden, profilierten Dachgesims mit einem markanten Band aus vegetativen Ornamenten abgeschlossen. Die Vorderseite des Turms trägt ein rundes Medaillon mit den Zeichen des Bauhandwerks. Bei der ursprünglichen Gestaltung der Fassade wurde eine Kombination aus grobem und feinem Strukturputz verwendet.
In der Villa ist die ursprüngliche Inneneinrichtung teilweise erhalten geblieben, besonders die Treppenhalle.
Pavla Cenková